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GERMANY
Wheelabrator Group GmbH (Schlick)

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Am Werkstor ist noch lange nicht Schicht

Metelen, Juli 2006

Von Anne Eckrodt
Quelle: Tageblatt für den Kreis Steinfurt (Metelen)

Wer sich im Industriegebiet umsieht, stößt auf einen bunten Branchenmix. Ob zuckerfreie Bonbons oder Spezialitäten rund ums Ei viele Produkte in der ganzen Welt sind made in Metelen. Anlass genug für das Tageblatt für den Kreis Steinfurt einmal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und die Werkstore für die Leser zu öffnen. In loser Folge stellt das Tageblatt Unternehmen vor, die in Metelen produzieren und ihre Erzeugnisse rund um den Globus verkaufen. Den Auftakt macht die Wheelabrator Group GmbH.

In der großen Werkhalle sprühen die Schweißfunken. Die Gruppe, die vor einem Maschinenkoloss steht und auf Englisch diskutiert, stört das wenig. Die Mitarbeiter einer schwedischen Firma interessieren sich mehr für ihre Anlage. Zu deren Endabnahme sind sie eigens aus dem hohen Norden ins Metelener Industriegebiet gereist zur Wheelabrator Group GmbH. Das Unternehmen an der Heinrich-Schlick-Straße entwickelt und baut Anlagen zur Bearbeitung von Oberflächen. Egal, ob Werkstoffe gereinigt, von Rost befreit, geglättet, poliert oder lackiert werden sollen Wheelabrator bietet für alles eine Lösung, und das rund um den Globus.

Ob Schweden oder China, Spanien oder Russland, Dubai oder Mexiko überall stehen Anlagen, die den Stempel made in Metelen tragen. Und die Liste ließe sich noch fortsetzen. Kein Wunder, dass Wheelabrator-Geschäftsführer Dr. Christof Ferling erklärt: Der Export macht rund 65 Prozent unseres Umsatzes von 50 Millionen Euro aus. Dabei liest sich das Kundenverzeichnis wie das Who is Who der Wirtschaft: Volkswagen, BMW, Siemens, Daimler Chrysler, Peugeot, Lufthansa, Opel, Thyssen Krupp, John Deere... Wo immer auf der Welt eine Anlage zur Oberflächenbearbeitung aufgestellt wird, ist die Chance groß, dass sie im Metelener Gewerbegebiet entwickelt und produziert worden ist. Aber auch im Airbus 380 oder in einem Mercedes finden sich Teile von uns, berichtet Ferling.

Egal, ob Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt oder Schiffsindustrie, alle Anlagen, die durch das Werktor rollen, haben eines gemeinsam: Sie sind maßgeschneidert. Es ist eine unserer Stärken, dass wir speziell auf die Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten produzieren, erklärt Ferling. Und das kommt an, weiß Marketing-Managerin Heike Segbers: Wir bekommen viel positives Feedback von unseren Kunden.

Damit das so bleibt, hat Wheelabrator nicht nur ein weltweites Vertriebsteam, sondern schickt seine Monteure auch überall dorthin, wo die Maschinen aus Metelen aufgebaut werden. Zum Beispiel nach Shanghai. Dorthin liefert der Oberflächenspezialist zurzeit drei Anlagen für den Schiffsbau, die erste ist verteilt auf zehn Containerladungen bereits vor Ort. Genau wie zwei Wheelabrator-Monteure, die den Aufbau kontrollieren. Unsere Arbeit hört eben nicht am Fabriktor auf, meint Ferling, das hat sich herumgesprochen. In Asien läuft viel über Mund-zu-Mund-Propaganda. Und davon profitieren wir. Angst, dass das Metelener Know-how künftig nicht mehr gefragt sein könnte und die Asiaten ihre Anlagen selbst bauen, hat er nicht.

Gleiches gilt auch für Osteuropa, wo ein weiterer Absatzschwerpunkt der Wheelabrator-Produkte liegt. 55 Lkw-Ladungen werden im September durch das Werkstor in Richtung Russland rollen. Dort werden die Einzelteile zu einer 70 Meter langen Strahlanlage zusammengebaut. Die ist so groß, dass die Eisenbahnwaggons, die mit Hilfe der Technik entrostet und lackiert werden sollen, in die Anlage hineinfahren können.

Doch Wheelabrator liefert nicht nur rund um den Erdball, sondern hat oft die Welt zu Gast in Metelen. Viele Kunden kommen, um ihre Anlagen hier vor Ort abzunehmen, berichtet Heike Segbers. Dann wird aus der Marketing-Managerin schon mal eine Fremdenführerin. Amsterdam oder der Kölner Dom stehen neben einer Tour durchs Münsterland ganz oben auf der Wunschliste der Gäste.

Das Engagement der 200 Mitarbeiter am Standort Metelen zahlt sich aus. Wheelabrator hat die Umsatzerwartungen für 2006 bereits nach oben korrigiert. Wir rechnen mit einem Wachstum von 30 Prozent, erzählt Christof Ferling. Gründe dafür hat er auch gleich parat: Zum einen zieht die Konjunktur an, zum anderen sind wir im Marketing deutlich besser geworden. Hinzu kommt, dass die Marktsegmente, in denen wir arbeiten, zurzeit blühen. Die Rechnung, die Ferling in dem Zusammenhang aufmacht, ist ebenso einfach, wie einleuchtend: Wo viel Geld ist, wird auch viel gebaut. Das ist zum Beispiel in Dubai der Fall. Von dort gibt es bereits einige Anfragen. Da werden an der Heinrich-Schlick-Straße wohl noch einige Schweißfunken sprühen...

 


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